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Landeszentrum
für Hör- und Sehbildung

Geschichte

Anläßlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef faßte der Salzburger Landtag am 15. Jänner 1895 den Beschluß, zur würdigen Feier der glorreichen Regierung S.M. Kaiser Franz Josef I. eine Landes-Erziehungsanstalt für blinde und taubstumme Kinder zu gründen.

Das dem Lazarettfonds gehörende O`Donell`sche Schloß in Lehen mit seinem umfriedeten Park wurde im Februar 1897 um den Preis von 30.000,-- Gulden vom Land Salzburg angekauft und unter Aufwendung von weiteren 11.000,-- Gulden adaptiert. Mit der Durchführung des Projektes wurde der damalige Landeshauptmann-Stellvertreter Domkapitular Alois Winkler betraut, der mit Beratung durch den Leiter der Linzer Taubstummenanstalt Direktor Alois Walcher aus lehrtechnischen Gründen von einer gemeinsamen Errichtung einer Blinden- und Taubstummenanstalt absah. Als erster Lehrer und Leiter wurde Kooperator Ludwig Angelberger gewonnen, der sich im Herbst 1897 an die Linzer Taubstummenanstalt begab, um sich dort beim damaligen Leiter Direktor Alois Walcher für sein schwieriges Amt vorzubereiten und auszubilden. Am 16. September 1898 fand im O`Donell`schen Schlosse in Lehen die feierliche Einweihung der Landes-Taubstummenanstalt Salzburg statt. Direktor Ludwig Angelberger begann am 19. September 1898 den Unterricht mit 12 Kindern in der ersten Klasse.

Die mit der Anstalt verbundene dreiklassige Schule für taubstumme Kinder war eine Privatschule. Das Ministerium für Kultus und Unterricht hat im Jahre 1898 zwar die Erlaubnis zur Erteilung des Unterrichtes nach den vorgelegten Lehrplänen gestattet, der Anstalt aber das Öffentlichkeitsrecht nicht zuerkannt.

Die Salzburger Taubstummenanstalt hatte in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ständig finanzielle Sorgen. Die meisten Zöglinge stammten aus armen Familien, die nichts für den Unterhalt ihrer Kinder beisteuern konnten. Vielen Familien war es sogar unmöglich, ausreichend für Kleidung und Schulsachen ihrer Kinder aufzukommen, sodaß das Österr. Jugend-Rot-Kreuz und der Caritas-Verband zusammen mit privaten Wohltätern zur Deckung der notwendigsten Bedürfnisse herangezogen werden mußten. Für die Verpflegskosten mußte nach dem damaligen Armengesetz je zur Hälfte die Heimatgemeinde der Kinder und das Land Salzburg aufkommen.

In der Festschrift „25 Jahre Landes-Taubstummenanstalt" wird berichtet, daß seit 1898 bis Ende 1922 in der Anstalt 221 taubstumme Kinder aufgenommen waren. Von diesen waren 124 Zöglinge bildungsfähig und haben nach erlangter Schulmündigkeit die Anstalt verlassen. Sie bringen sich durchwegs selbständig fort, die Knaben teils als Handwerker (Schuhmacher, Schneider, Tischler, Bäcker, Steinmetz, Maurer), teils als landwirtschaftliche Arbeiter; die Mädchen als Schneiderinnen und Hausgehilfinnen.

Im Jahre 1931 wurde Herr Josef Rehrl, der Bruder des damaligen Landeshauptmannes Dr. Franz Rehrl, mit der Leitung des Institutes, betraut. Josef Rehrl ging mit großem Engagement an die Arbeit und genoß als eifriger Verfechter der Lautsprachmethode und seiner auf dem Gebiete der Hörerziehung geleisteten Pionierarbeiten bald internationale Beachtung und Anerkennung. Hospitanten aus Deutschland, Holland, Dänemark und anderen europäischen Staaten holten sich im Salzburger Institut für Taubstumme fachliche Anregungen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Direktor der Taubstummenanstalt Budapest, Dr. Gustav Barczi, bewirkte große Erfolge innerhalb der Gehörlosenpädagogik.

Die Sommerferien 1938 begannen noch ganz normal. Während der Ferienwochen wurde das Institut von der HJ (Hitlerjugend) genützt. Gegen Ende der Ferien wurde den Eltern der Zöglinge mitgeteilt, daß es kein Schuljahr 1938/39 in der Landes-Taubstummenanstalt geben wird und daß sie ihre Kinder in anderen Schulen anmelden sollen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Anlage als Heim für Deutsche Jungen verwendet. Mit Ende des Krieges im April/Mai 1945 war auch das Ende des Heimes für Deutsche Jungs gekommen. An deren Stelle kamen amerikanische Soldaten ins Haus, die den Park und den Gemüsegarten zum Abstellen ihrer Fahrzeuge und Panzer benützten.

Im Dezember 1947 wird in den Salzburger Nachrichten die Wiedererrichtung der Salzburger Landes-Taubstummenanstalt angekündigt und für Interessenten geworben. Am 1. Februar 1948 wird die Landes-Taubstummenanstalt unter der Leitung von Landeshauptmann Josef Rehrl wieder eröffnet. Hatte der Unterricht im Schujahr 1948/49 mit vier Klassen begonnen, so wurden im Schuljahr 1952/53 bereits acht Klassen geführt.

Im Jahr 1951 wurde unter Direktor, Altlandeshauptmann Hofrat Josef Rehrl, ein Neubau des Schulhauses begonnen und in den Jahren 1955/56 das Werkstättengebäude für Tischler und Schneider errichtet.

Der Ausbau der Tischlerei erfolgte in den Jahren 1999 bis 2004. Zeitgleich erfolgte die Sanierung und Neugestaltung des Internatsgebäudes.

2005 wurde der neue Kindergarten sowie ein neuer Speisesaal auf dem Gelände des LZHS errichtet.

2010 wurde die FF für Sehbehinderte in die Einrichtung integriert und aus diesem Grund die Umbenennung in Landeszentrum für Hör- und Sehbildung durchgeführt.